Wie du eine überzeugende Bewerbung erstellst

Du willst dich bewerben und weisst nicht so recht, was alles in die Bewerbung soll und worauf du besonders Acht geben musst? Hier findest du die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu deiner Bewerbung.

Die Bewerbung als Dienstleistung

Dein Bewerbungsdossier hat einzig die Aufgabe, einem möglichen Arbeitgeber/einer möglichen Arbeitgeberin in möglichst kurzer Zeit die Informationen zu liefern, die für ihn/sie relevant sind im Zusammenhang mit der Besetzung einer entsprechenden Stelle. Um eine möglichst passende Bewerbung zu schreiben, versetzt du dich gedanklich an die Stelle des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin. Dann stellst du dir die folgenden Fragen:

  • Was braucht es für diese Stelle genau? Was wäre mir als Arbeitgeber/in besonders wichtig?
  • Welche Informationen sind nicht relevant und gehören deshalb auch nicht in die Bewerbung?
  • Wenn der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin 40 Bewerbungen anschauen wird, was erleichtert ihm/ihr die Arbeit? Zum Beispiel möchte niemand die Informationen in verschiedenen PDFs zusammensuchen oder ein Dutzend Dokumente in einem elektronischen Ordner speichern müssen.
  • Wo passen meine Kompetenzen und meine Persönlichkeit gut mit meinen Erwartungen an einen Arbeitgeber/eine Arbeitgeberin zusammen?

Was gehört in ein Bewerbungsdossier?

In ein Bewerbungsdossier gehört in folgender Reihenfolge:

  1. Bewerbungsbrief
  2. Lebenslauf
  3. Anhang

Wenn du dich elektronisch bewirbst, fügst du alle Dokumente zu einem PDF zusammen. Achte dich darauf, dass die Grösse nicht mehr als 5 - 8 MB beträgt.

Du weisst nicht, wie man verschiedene PDF zu einem zusammenfügt? Google es und finde heraus, wie es funktioniert oder frage eine/n Bekannte/n.

Der Bewerbungsbrief

Der Bewerbungsbrief soll dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin folgende Fragen beantworten (im Hauptteil des Briefes):

  • Warum bewirbst du dich?
    • Warum willst du weg von dem, was du aktuell machst? (Beispielsweise schätzt du am aktuellen Ort X aber es hat dir zu wenig Y.) Wenn du weg von einer Stelle möchtest, weil du Krach mit den Vorgesetzten hast oder weil die Arbeitsbedingungen (Lohn, Arbeitszeiten, Stimmung im Team, Verlässlichkeit der Vorgesetzten etc.) dir nicht passen, dann schreibst du das nicht in die Bewerbung. Falls du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, kannst du das immer noch ausführen.
    • Warum möchtest du genau das machen, wofür du dich bewirbst? (Beispielsweise weil du genau diese Kombination von XY suchst oder weil du dich weiterentwickeln willst.)
  • Weshalb soll der Arbeitgeber/die Arbeitgeberin genau dich einladen?
    • Was kannst du besonders gut? Was sind deine besonderen Kompetenzen oder die besondere Mischung von Kompetenzen? (Beispielsweise Führungserfahrung, Organisationstalent gepaart mit wertschätzendem Umgang oder genauer Arbeitsweise)
    • Weshalb würde ein Arbeitgeber sich wünschen, genau dich anzustellen? (Beispielsweise: Weil du dich wirklich für das Unternehmen einsetzt, für das du arbeitest. Oder weil du Inspiration und Energie in ein Team bringst.)
  • Im Brief erwähnst du höchstens 2 bis 3 Punkte aus deinem Lebenslauf. Dies machst du nur, wenn es dir wirklich wichtig erscheint. Der Arbeitgeber/Die Arbeitgeberin kann alles andere im Lebenslauf sehen. Er/Sie möchte die Infos nicht doppelt lesen!
  • Falls die im Inserat angegebenen Stellenprozente für dich nicht passen, gib an, welches Spektrum für dich passen würde (und allenfalls weshalb du weniger/mehr arbeiten möchtest).

Formelles

  • Dein Brief soll kurz sein (200 bis 300 Wörter) und auf einer Seite Platz haben.
  • Auf dem Brief ist deine komplette Adresse mit Email und Telefonnummer.
  • Auf dem Brief steht das aktuelle Datum (und allenfalls der Ort).
  • Betreff: Du kannst vor der Anrede eine Bettreff-Zeile mit dem Titel «Bewerbung für XY» einfügen (Schrift fett).
  • Der Brief beginnt mit «Sehr geehrte Frau Meister» oder «Sehr geehrter Herr Meister». Allenfalls (falls du weisst, dass ein Gremium die Bewerbung lesen wird), kannst du «Sehr geehrte Damen und Herren» in der nächsten Zeile hinzufügen. Es kommt nicht gut an, wenn du nur letztere Anrede schreibst, obwohl im Inserat der Name der zuständigen Person ersichtlich ist. Wende dich persönlich an sie/ihn!
  • Nach der Anrede kommt ein Satz, in welchem du sagst, dass du dich für die Stelle XY bewerben möchtest. (Beispielsweise: Gerne bewerbe ich mich hiermit für die Stelle als Koch im Restaurant Löwen).
  • Dann kommt der Hauptteil (siehe oben).
  • Nach dem Hauptteil schreibst du, dass du dich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen würdest oder dass du die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber gerne in einem Vorstellungsgespräch kennenlernen möchtest oder/und dass du die Arbeitgeberin/den Arbeitgeber gerne in einem Vorstellungsgespräch von deinen Stärken oder/und Kompetenzen überzeugen möchtest.
  • Am Schluss schreibst du «Freundliche Grüsse» und dann unterschreibst du. Wenn du dich elektronisch bewirbst, kannst du deine handschriftliche Unterschrift fotografieren und einfügen.
  • Unterhalb der Unterschrift kannst du allenfalls (falls genügend Platz ist) die folgenden Dokument-Teile aufzählen (Anhang: Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Zeugnisse von Aus- und Weiterbildungen).
  • Sei selbstsicher aber prahle nicht.

Der Lebenslauf

Dein Lebenslauf sollte auf zwei Seiten Platz haben und folgende Angaben in Tabellenform enthalten:

  • Personalien (Adresse, Telefon, Email, Homepage (falls du eine für die Arbeit relevante Homepage hast), Geburtsdatum, allenfalls Zivilstand und/oder Anzahl Kinder (mit Angabe des ungefähren Alters, beispielsweise Geburtsjahrgang).
  • Auflistung der beruflichen Tätigkeiten mit Dauer der Anstellung (von Monat Jahr X bis Monat Jahr Y), Funktionsbezeichnung, Firma/Institution, Anstellungsgrad. Reihenfolge: Die letzten Arbeitsstellen zuoberst!
  • Ausbildung/en mit Dauer der Ausbildung (Monat Jahr X bis Monat Jahr Y), Bezeichnung der Ausbildung/des Diploms, Ausbildungsinstitution
  • Allenfalls Hinweis auf Anhang (falls nicht schon im Brief gemacht)
  • Referenzen: In der Regel schreibst du im Lebenslauf nur: Referenzen auf Anfrage. Deine Bewerbung sollte so überzeugend sein, dass die Referenzen nur als Absicherung für den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin dienen oder falls mehrere Bewerber/innen mit ähnlicher Qualifikation zur Auswahl stehen und er/sie zusätzliche Informationen für die Entscheidung braucht.
  • Falls du wichtige Arbeitszeugnisse nicht hast, erwähnst du das (mit Begründung) zuunterst im Lebenslauf.
  • Du kannst ein Foto neben den Personalien einfügen. Achte dich darauf, dass es qualitativ gut und so seriös wie dein Passfoto ist.

Fragst du dich, weshalb der Lebenslauf in Tabellenform und nicht als Lauftext verfasst werden soll? Weil die Tabellenform viel übersichtlicher ist und mit weniger Text verfasst werden kann. Arbeitgeber/innen möchten nicht mehr als eine halbe Stunde pro Bewerbung für das Lesen aufwenden.

Der Anhang

Im Anhang fügst du zuoberst das letzte Zwischenzeugnis, respektive die letzten Arbeitszeugnisse (neuste zuerst) ein. Falls du in 30 Jahren nur dreimal die Stelle gewechselt hast, legst du alle bei. Falls du in 3 Jahren 8 mal die Stelle gewechselt hast, legst du auch alle bei. Falls du in 30 Jahren 10 mal die Stelle gewechselt hast, legst du die letzten 5 bei. Du kannst dann im Lebenslauf (am Schluss) erwähnen, dass du auf Anfrage gerne die älteren Arbeitszeugnisse nachliefern kannst.

Anschliessend fügst du die Zeugnisse von Aus- und Weiterbildungen ein (zeitlich letzte zuoberst). Überlege dabei gut, welche Zeugnisse für die Stelle wirklich relevant sind. Die meisten Weiterbildungen im Umfang von wenigen Tagen sind für Bewerbungen nicht relevant.

Elektronisch oder per Post?

Falls im Inserat eine Post-Adresse und eine Emailadresse angegeben ist, kannst du wählen, wie du dich bewerben möchtest. Rufe nicht an, und frage, ob du dich per Email bewerben kannst.

Falls du dich per Papier-Dossier bewirbst: Achte darauf, dass das Papier für alle Seiten dieselbe Farbe (weiss) hat und nicht zerknittert ist. 

Es gibt in der Zwischenzeit viele Arbeitgeber, die für den Bewerbungsprozess eine eigene Internet-Plattform anbieten, auf der man sich bewerben muss. Die Inhalte der Bewerbung bleiben grundsätzlich dieselben. Daher machst du nichts falsch, wenn du zuvor den gesamten Inhalt vorbereitet hast. Allenfalls gibt es verschiedene PDFs, die zu hochladen musst.

 

Versand per Email

Du sendest eine kurze Email mit einem Anhang (PDF). In der Email stehen etwa zwei Sätze. Zum Beispiel:

 

Sehr geehrte Frau Meister / Sehr geehrter Herr Meister

 

Anbei sende ich Ihnen meine Bewerbung für die Stelle XY.

Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldung.

 

Herzliche Grüsse / Freundliche Grüsse

Heidi Muster

 

Im Betreff schreibst du: Bewerbung für die Stelle als XY

Was ist sonst noch wichtig?

  • Rechtschreibung: Aktiviere in der Text-App (z.B. Word) die Kontrolle der Rechtschreibung. Du darfst keine rot unterstrichenen Wörter mehr im Text haben. Danach kontrollierst du den Text mindestens dreimal auf Fehler. Dann gibst du ihn einer anderen Person zum Lesen und bittest um eine Rückmeldung zu Rechtschreibung, Verständlichkeit und Formulierungen. Nach einer erneuter Überarbeitung kontrollierst du den Text nochmals.
  • Rufe vor einer Bewerbung nur an, wenn du Fragen hast, die so wichtig sind, dass deine Bewerbung davon abhängt.
  • Wenn du innerhalb von einer Woche nach Versand deiner Bewerbung (per A-Post oder Email) nichts hörst, kannst du anrufen und dich erkundigen.
  • Wenn du zwar eine Eingangsbestätigung erhalten hast, danach aber nichts mehr gehört hast, kannst du dich nach etwa zwei, sicher aber nach drei Wochen telefonisch erkundigen, per wann du mit einer Antwort rechnen kannst.

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Kein Problem!

 

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