Auf die Perspektive kommt es an

Man kann Situationen immer aus verschiedenen Perspektiven anschauen. Ich finde, dass es nicht die "richtige" Perspektive gibt, sondern verschiedene Perspektiven, die je nach Ziel mehr oder weniger hilfreich sein können. Als häufig hilfreiche Perspektiven erlebe ich die systemische Sichtweise, die Ressourcenorientierung, die Zielorientierung sowie die Perspektive der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg. Da letztere nicht sehr bekannt ist, erläutere ich sie im Folgenden kurz.

Ziele der Gewaltfreien Kommunikation (GFK)

  • Lösungen finden, in denen es keine Verlierer gibt.
  • Für seine Bedürfnisse einstehen können, ohne dies auf Kosten anderer zu tun.
  • Verantwortung übernehmen für seine Bedürfnisse, Gefühle, Gedanken und Handlungen.
  • Sich selbst und anderen das Leben verschönern.

Haltung und Grundsätze der GFK

Der GFK liegen folgende Annahmen zugrunde:

  • Alle Menschen haben und kennen dieselben Bedürfnisse (z.B. Sicherheit, Orientierung, Nahrung, Erholung, Geborgenheit, Gemeinschaft, Wertschätzung).
  • Alles, was ein Mensch tut, tut er mit der Absicht, Bedürfnisse zu erfüllen. Dazu verwendet er Strategien, die zum Teil erfolgreich sind und zum Teil nicht.
  • Alle Menschen und ihre Bedürfnisse sind gleichwertig.
  • Menschen tragen gerne zum Wohlergehen anderer Menschen bei, wenn sie darauf vertrauen können, mit ihren eigenen Bedürfnissen gesehen und gehört werden.
  • Es gibt ein Denken, das Gewalt fördert und genussvoll macht: Das Denken in Kategorien von falsch und richtig, gut und böse sowie gut und falsch.
  • Gefühle zeigen an, ob Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht.

Worum es in der GFK nicht geht

Wenn Menschen "Gewaltfreie Kommunikation" hören, weckt dies häufig sehr unterschiedliche Assoziationen, die manchmal auch unzutreffend sein können. Um Klarheit zu schaffen, weise ich hier darauf hin, worum es in der GFK nicht geht:

  • nett oder freundlich sein
  • Konflikte verhindern
  • negative Gefühle verhindern
  • jedem seine Wünsche erfüllen

GFK in 30 Minuten: Sendung des SWR 2