Warum Argumente oft nicht helfen – und was stattdessen wirkt
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Wenn jemand nicht will, anders will oder unzufrieden und deshalb emotional ist, was tun wir da meistens? Wir argumentieren, rechtfertigen, begründen.
Hilft es?
Meistens nicht.
Aber weshalb?
Weil: Wenn etwas bei uns starke unangenehme Gefühle auslöst und wir es ansprechen, dann möchten wir zuerst gehört werden. Wir brauchen Empathie - z.B. jemanden der sagt: «Könnte es sein, dass du frustriert bist, weil du Verlässlichkeit brauchst?»
Wenn es das ist, was wir brauchen, werden wir antworten: «Ja, genau, und …»
Wenn nicht, sagen wir vielleicht: «Nein, mir geht es nicht um Verlässlichkeit, sondern …»
Und damit geben wir dem Gegenüber wieder die Möglichkeit, uns ein anderes Bedürfnis anzubieten, um das es uns gehen könnte - oder wir kommen selbst drauf.

Erst wenn wir gehört worden sind – das heisst, unsere Bedürfnisse offenliegen und die andere Person uns gesagt hat, dass ihr diese Bedürfnisse auch wichtig sind, – erst dann sind wir bereit, rationale Argumente zu hören.
Wenn sich also jemand beklagt oder beschwert: Versuche zuerst herauszufinden, um welche Bedürfnisse es dieser Person geht. Dann sage ihr, dass dir diese auch wichtig sind. Das bedeutet nicht, dass es an dir ist, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Sondern nur, dass du sie anerkennst – als echte, verständliche menschliche Bedürfnisse, nicht als übertriebene Forderungen.
Falls dein Gegenüber dann sagt: «Aber warum machst du dann … wenn dir … auch wichtig ist?» Dann ist der Moment für die rationalen Argumente gekommen.
Falls du lernen möchtest, Gespräche auf diese Weise zu führen, kannst du dich gerne für ein Coaching anmelden.
PS: Wenn ich von Bedürfnissen rede, meine ich das, was wir alle brauchen, um zu überleben und langfristig gesund zu bleiben, wie z.b. Orientierung, Vertrauen, Nahrung, Erholung, Sicherheit, Entwicklung etc.





Kommentare