Alle wollen eine bessere Feedbackkultur
- mail40697
- 1. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 3. Dez. 2025
Alle sagen: «Wir sollten einander mehr Feedback geben, vor allem positives!»
Wenn ich Teams frage, was sie sich bezüglich Feedbackkultur wünschen, sind sie sich einig:
Alle wünschen sich mehr positives Feedback.
Alle möchten, dass kritisches Feedback direkt, ehrlich, wertschätzend und zeitnah angebracht wird.
Wenn alle dasselbe wünschen, weshalb machen sie es dann nicht? Dafür gibt es verschiedene Gründe:
Tendenziell verhalten wir uns so, wie wir es von unseren Eltern gelernt haben. Zu sehen und zu sagen, was funktioniert, anstelle dessen, was noch fehlt, haben die meisten von uns nicht gelernt. Wir sind aufgewachsen mit Leitsätzen wie diesem: «Wenn man nichts sagt, ist’s gut.»

Ich bin Meister darin, zu sehen, was nicht funktioniert und was man verbessern könnte. Das ist durchaus eine Stärke. Aber ohne den Blick für das, was funktioniert, ist es nicht sehr motivierend. Ein defizitorientierter Blick führt dazu, dass sich die Menschen um einen herum nicht gesehen und nicht geschätzt fühlen.
Wenn wir kritische Feedbacks geben, haben wir einerseits Angst vor der Reaktion des Gegenübers (Rechtfertigung, Verteidigung, Angriff) und andererseits befürchten wir oft, das Gegenüber emotional zu verletzen. Wir haben also einerseits Angst, das Gegenüber könnte defensiv reagieren und uns dabei abwerten. «Gerade du musst mir sowas sagen. Hast du dir schon mal überlegt, dass ich das nur mache, weil du …» Andererseits haben wir Angst, dass sich die andere Person zurückziehen könnte und die Beziehung zu uns beeinträchtigt wird.
Wir haben gelernt, in (moralischen) Kategorien von richtig/falsch, gut/schlecht, gut/böse zu urteilen. Wenn das in unser Feedback einfliesst, fühlt es sich weder für uns noch für das Gegenüber gut an. Niemand will hören, dass er/sie falsch oder schlecht ist. Die Frage ist also: Wie kann ich kritische Feedbacks direkt und klar geben, ohne dabei moralisch über die andere Person zu urteilen? Ein bewährter Ansatz, um genau dies zu erreichen, ist die Gewaltfreie Kommunikation, die ich zum Beispiel in der Weiterbildung «Gespräche meistern» vorstelle.
Zu guter Letzt: Selbst wenn wir wissen, wie wir kritische Feedbacks in einer wertschätzenden Art geben können, ist die Veränderung der Kultur etwas, das nicht mit blossen Absichtserklärungen funktioniert. Es braucht erstens Führungspersonen, die es vorleben. Zweitens braucht es Strukturen, die dafür sorgen, dass Feedbacks auch wirklich gegeben werden. Hierbei ist es wichtig, dass die Strukturen zum Team passen. Dies könnten zum Beispiel Feedback-Runden am Ende von Sitzungen sein oder bei der Übergabe oder am Abend, bevor man nach Hause geht. Und drittens braucht es festgelegte Zeitpunkte zur Überprüfung des Erfolgs und zur Ergreifung weiterer Massnahmen.
Wenn du die Feedbackkultur in deinem Team nachhaltig verändern möchtest, unterstütze ich euch gerne dabei. Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme.





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